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Mindestens 200.000 Liter Rohöl sollen ausgetreten sein: An einer Pipeline in der Uckermark hat es einen Schaden gegeben. Mehrere Stunden lang schoss Rohöl aus einer Leitung. Das Leck war durch einen Arbeitsunfall entstanden.
Aus einer Öl-Pipeline sind am Mittwoch in Gramzow/Zehnebeck (Uckermark) große Mengen Öl ausgetreten. Nach ersten Schätzungen der Feuerwehr vom Abend gelangten mindestens 200.000 Liter Rohöl in die Umwelt.
Wie PCK-Geschäftsführer Ralf Schairer dem rbb sagte, sei es gegen 14:30 Uhr während der Vorbereitung eines Sicherheitstests an der Schieberstation bei Gramzow zu der Havarie gekommen. Was genau schiefgelaufen ist, sei noch unklar. „Wir werden das in den kommenden Tagen genau untersuchen“, betonte Schairer. Aber: „Nach den vorliegenden Informationen ist es ein bedauerlicher Unfall – kein Anschlag“, so der PCK-Geschäftsführer weiter.
Mehrere Stunden lang schoss Rohöl in hohem Bogen aus der etwa 40 Zentimeter breiten Leitung. Gegen 19:45 Uhr konnte das Leck weitgehend abgedichtet werden. Da sich der betroffene Pipeline-Abschnitt in einer Senke befindet, drückt zwar weiterhin Rohöl nach; daher trat auch nach der Abdichtung noch eine geringe Menge aus. Eine meterhohe Öl-Fontäne ist jedoch nach rbb-Informationen gestoppt.
Die PCK-Werkseinsatzleitung war am Abend mit etwa 25 Mitarbeitenden vor Ort. Zudem sind die örtlichen Feuerwehren sowie die Gefahrstoffeinheit Uckermark mit rund 100 Einsatzkräften im Einsatz. „Wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um das ausgetretene Rohöl aufzufangen“, sagte PCK-Geschäftsführer Ralf Schairer. Aus der Raffinerie in Schwedt seien Vakuum-Saugwagen angefordert worden, um das Rohöl oberflächlich abzutragen. Vermutlich müsse aber auch der kontaminierte Boden entfernt werden, so Schairer. Am Donnerstag sollen genauere Untersuchungen folgen.
Er hoffe, dass möglichst schnell die notwendigen Schritte eingeleitet werden könnten, „damit wir die Pipeline auch wieder in Betrieb nehmen können“, so Schairer. Das Öl aus der Pipeline werde benötigt, um den Raffinerie-Betrieb aufrechtzuerhalten. Dieser sei aber durch die Havarie derzeit nicht gefährdet. „Wir haben genug Rohöl in Schwedt. Die Raffinerie läuft normal weiter“, betonte Schairer im rbb-Gespräch. Am Donnerstag wolle man prüfen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
Zu einer möglichen Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers sagte der Abteilungsleiter der Feuerwehr Schwedt, Alexander Trenn, der umliegende Ackerboden sei glücklicherweise sehr nass durch Regen. Dadurch sei das Öl, das leichter als Wasser – quasi darauf schwimme -, am Abend nicht sehr tief ins Erdreich eingedrungen. Daher sei eine weitgehende Verunreinigung des Grundwassers zunächst unwahrscheinlich.
Zuerst hatte die „Märkische Oderzeitung“ über die Havarie berichtet. Danach hatten zunächst die Regionalleitstelle Nordost und die PCK-Raffinerie in Schwedt den Vorfall dem rbb bestätigt. Am frühen Abend veröffentlichte dann das Brandenburger Umweltministerium eine Pressemitteilung zur Havarie. Demnach trat das Öl „in großen Mengen“ aus. „Die Einsatzkräfte sind vor Ort“, hieß es. „Über die Ursache und das genaue Ausmaß der Schäden können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.“
Die Brandenburger Umweltminiterin Hanka Mittelstedt (SPD) kündigte in der Presseinformation an, am Donnerstag die Havariestelle aufzusuchen, um sich ein Bild über das Ausmaß der Schäden und den Rettungsarbeiten zu machen.
Die Leitung versorgt die PCK-Raffinerie, nachdem die Bundesregierung die Druschba-Pipeline aus Russland im Zuge des Erdöl-Embargos abgeschaltet hat.